Meditationsgruppe
Metta und vipâssana

Metta-Dhammayana

«Ehrwürdiger Buddha, ich habe nachgedacht:

Spirituelle Freundschaft macht doch sicher das halbe spirituelle Leben aus?»

«Sag das nicht, Ananda, oh, sag das nicht!»
antwortete der Buddha.
«Spirituelle Freundschaft ist das ganze spirituelle Leben!»

Samyutta Nikaya, Verse 2

 Metta-Dhammayana ist Pali (die Sprache, die Buddha sprach) und bedeutet: Liebende-Güte (metta) als Weg (yana) zur Wahrheit (dhamma). Es könnte aber ebenso gut bedeuten: Wahrheit als Weg zur Liebenden-Güte. Beides stimmt – es gilt lediglich, sich auf den WEG zu machen.

Metta-Dhammayana möchte daher Menschen, die an Meditation, Spiritualität im Allgemeinen (mystische Richtungen des Christentums oder auch des Islam) und Buddhismus im Speziellen interessiert sind, die Möglichkeit geben, gemeinsam zu meditieren, sich auszutauschen und gemeinsam einen Weg zu gehen, der das eigene wie auch das Leben der Mitmenschen bereichern kann - durch das Praktizieren von Liebe und Güte, von Mitgefühl und Mitfreude. Sich als Praktizierende in schwierigen Zeiten gegenseitig aufzufangen, ist sicherlich dabei ebenfalls von großer Bedeutung.

 Der meditativen Praxis (der buddhistischen Metta-Meditation = Meditation der Liebenden-Güte) liegt zugrunde, dass tiefe Erkenntnis in die Wahre Natur aller Dinge tiefes Mitgefühl und Liebe für alle fühlenden Mit-Wesen und für uns selbst hervorruft. 

Diese Erkenntnis der „Wahren Natur alles Seienden“ ist das, was Buddha Nibbâna (oder Nirwana) nannte, die islamische Mystik nennt es wudschud (das Einfließen in Allah), die christliche Mystik spricht von unio mystica (mystische Vereinigung mit Gott) und Lao-Tse vom gefühlten Einssein mit dem Dao. Zu diesen Erfahrungen gelangt man durch Einsichts-Meditation zum Beispiel in Form von Metta-Praxis. 

In der Metta-Meditation öffnen wir unser Herz dem "Unbedingten", einer Liebe und Freude, die von nichts abhängig ist. Anders als weltliche Liebe und Freude, der immer eine Bedingung zugrunde liegt - und fällt diese fort, vergeht auch die Liebe und die Freude - besteht Metta einfach nur aus sich selbst heraus, immer und in jedem von uns, und tritt zutage, wenn der Geist ruhig wird. Das bedeutet wiederum nicht, dass man keine weltlichen Freuden genießen dürfte - nur sollte man nicht an ihnen hängen und sich klar halten, dass sie vergänglich sind.

Metta-Dhammayana versteht sich demnach auch nicht als Ort der Ausübung der Buddhistischen Religion. Die Lehre des Buddha bietet vielmehr einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche; sie findet sich in vielen psychologischen Grundsätzen und Erklärungsmodellen sowie psychotherapeutischen Interventions-Methoden wieder. Mir ist sehr daran gelegen, diesen Aspekt und eben die Verbindungen und Ähnlichkeiten der großen Religionen in meinen Vorträgen darzustellen. Metta-Dhammayana versteht sich insoweit auch als Forum intra- und interreligiösen Dialogs und Austausches. Daher sind Bekennende aller Religionen herzlich willkommen! (Daher das Logo mit dem Kreuz-Symbol, dem buddhistischen Symbol des Rades, dem Symbol der Flügel für den Sufismus, das OM für den Hinduismus und das chinesische Zeichen für "Tao" - in der Mitte das Symbol des allsehenden Auges)

Der Buddha selbst wollte nie ein Religionsgründer sein; vielmehr war er wohl der erste Psychotherapeut und Psychoanalytiker der Weltgeschichte - wirkend im Zeichen der Liebe, des Mitgefühls, der Mitfreude und des Gleichmuts.

Um zu verstehen, warum wir leiden,
müssen wir verstehen, wer wir sind.